BMWE und Partner unterstützen Moldau beim EU‑Beitritt und der Wärmewende

Vom 10. bis 12. Juni 2026 reisten Vertreter des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) und der Klimaschutz- und Energieagentur Baden‑Württemberg (KEA‑BW) nach Chişinău. Im Rahmen einer Verwaltungspartnerschaften wurden gemeinsam mit dem moldauischen Energieministerium und der nationalen Energieagentur (CNED) in einer dreitägigen Mission konkrete Hilfen für die bevorstehende EU‑Integration und die Wärmewende erarbeitet.

Was vor Ort geschah

In einem Workshop zur Organisationsstruktur mit der Leitung der CNED diskutierten die Expertinnen und Experten Onboarding‑Prozesse, Personalaufbau und Bindungsstrategien. „Ziel ist es, dass neue Kolleginnen und Kollegen schnell einsatzbereit sind und langfristig in der Agentur bleiben“, erläuterte die deutsche Verwaltungsexpertin Monika Pfaffmann, die die Fachfortbildungen leitete.

Ein zentrales Thema war daneben die Beschaffung, um nicht ausschließlich nach dem niedrigsten Preis zu entscheiden und stärker Kriterien wie Nachhaltigkeit und Innovationsgehalt anzuwenden. Die CNED hat bereits begonnen, diese nicht‑preisbasierte Bewertung in ihre Ausschreibungen zu integrieren.

Praxisnah: Sanierungsexkursionen

Bei der Besichtigung von zwei Pilotprojekten stand die energetische Sanierung von Mehrfamilienhäusern in Eigentümergemeinschaften im Vordergrund. Die Gebäude zeigten deutliche Verbesserungen beim Wärmeverbrauch, obwohl die Standards noch hinter denen in Deutschland zurückbleiben. „Man sieht, dass die Menschen hier motiviert sind, etwas zu verändern“, bemerkte Frank Hettler von der KEA‑BW.

Ergebnisse und Ausblick

Die CNED hat ihr Personal seit ihrer Gründung von rund 20 auf 50 Mitarbeitende ausgebaut. Die Fluktuationsrate liegt nunmehr bei für den Arbeitsmarkt in Moldau nur sehr geringe drei Prozent ein Zeichen für stabile Strukturen in der Energieagentur.

Unter allen Beteiligten bestand Einvernehmen, dass die von den deutschen Expertinnen und Experten erarbeiteten Handlungsempfehlungen unmittelbar in die tägliche Arbeit der CNED einfließen sollen und die Modernisierung des moldauischen Energiesektors weiter beschleunigen werden.

Kurze Erläuterungen (für Interessierte)

  • EU‑Acquis – das gesamte Regelwerk der EU, das Kandidatenländer übernehmen müssen, bevor sie beitreten können.
  • Wärmewende – Umbau des Wärmesektors von fossilen zu erneuerbaren Energien, um CO₂‑Emissionen zu senken.
  • Kapazitätsaufbau – Maßnahmen, die Institutionen befähigen, ihre Aufgaben eigenständig und effizient zu erfüllen (z. B. Personalentwicklung, Organisationsoptimierung).
  • Nicht‑preisbasierte Beschaffung – Öffentliche Aufträge werden nicht nur nach dem niedrigsten Preis, sondern auch nach Kriterien wie Nachhaltigkeit, Innovation und sozialer Verantwortung vergeben.

Der Bericht richtet sich an Fachleute aus Wirtschaft, Energiepolitik und Verwaltung, die an den Fortschritten der moldauischen Energieagentur und an der europäischen Integration interessiert sind.

 

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