Im Rahmen des Twinning-Projekts fand vom 27. bis zum 31. Juli 2026 in Daressalam eine fünftägige Schulung für täglich rund 130 tansanische Teilnehmende statt. Behandelt wurden die Themen künstliche Intelligenz, Cybersicherheit, Schutz personenbezogener Daten und neue Technologien. Das Event wurde gemeinsam von Experten aus Deutschland, Finnland und Estland durchgeführt. Die länderübergreifende Partnerschaft im Projekt kam erneut gut zum Tragen.
Durch die Woche führte als Gastgeber Dr. Jens Ambrock, der deutsche Junior Project Leader von Digital for Tanzania. Für Ambrock war das Training geprägt von beiderseitigem, ertragreichem Austausch: „Wir haben zahlreiche IT-Talente des Landes kennengelernt, die begeistert und wissbegierig den Aufbau der digitalen Infrastruktur Tansanias voranbringen. Ihre technischen und rechtlichen Herausforderungen sind denen in Europa sehr ähnlich. Unterschiedliche Erfahrungen und Lösungsansätze dafür abzugleichen, war für alle Teilnehmenden ein Gewinn.“
Tag 1 galt Grundlagen der Cyber- und digitalen Sicherheit: Risikomanagement, Geschäftskontinuität und Notfallvorsorge. Tag 2 widmete sich neuen Technologien und einem Überblick über KI sowie 6G, Quantencomputing, Automatisierung und Robotik aber auch relevanten Regulierungen und Standards (u.a. ISO/IEC 27001, 27002, 27005; NIST Cybersecurity Framework).
Am dritten Tag wurden Datenschutz und KI in der Praxis betrachtet: die Anatomie einer Datenpanne, verantwortungsvolle KI von Grund auf und Grundprinzipien des Datenschutzes nach dem neuen tansanischen Personal Data Protection Act unter Einbeziehung der Anwendungserfahrungen der EU-Datenschutz-Grundverordnung.
Am vorletzten Tag wurden technische und rechtliche Perspektiven in den Blick genommen sowie Spannungen zwischen dem Einsatz von KI und zentralen Datenschutzgrundsätzen wie Zweckbindung und Datenminimierung. Tag 5 galt dem EU-KI-Gesetz und risikobasierter Regulierung sowie grenzüberschreitenden Datenübermittlungen.
Ein Highlight für die Teilnehmer war eine praktische Fallstudie zum Einsatz des für die Hamburger Landesverwaltung entwickelten KI-Chatbots namens LLMoin. Großen Anklang fand auch das von Vertretern der Hamburger Datenschutzbehörde angeleitete Training zum Aufdecken von Sicherheitslücken von Internetseiten. Ein zu Testzwecken aufgesetzter fiktiver Onlineshop wies zahlreiche Schwachstellen auf, die von den Teilnehmenden systematisch aufgedeckt wurden.
Während der Woche arbeiteten die Teilnehmenden an praktischen Übungen, darunter die Erfassung von Chancen und Risiken neuer Technologien für ihre eigenen Organisationen, der Bewertung eines KI-Anwendungsfalls für die Rangfolge bei Bewerbungen sowie der Überprüfung von Datenflüssen in einem KI-Chatbot-Szenario im öffentlichen Sektor.
Auch die nationale Presse griff die Schulung auf. Lesen Sie mehr hier: https://www.thecitizen.co.tz/tanzania/news/national/tanzania-boosts-digital-skills-through-eu-backed-ai-and-cyber-security-training-5540940