Am 17. September 2026 kam das Netzwerk der deutschen Bundes- und Landesbehörden im Bereich der internationalen Verwaltungspartnerschaften auf Einladung der Nationalen Kontaktstelle (NCP) im Hotel Amano East Side in Berlin zusammen, um die aktuelle Entwicklung und Zukunft der EU-Twinning- und TAIEX-Instrumente zu diskutieren. Die diesjährige Tagung stand im Zeichen der Mobilisierung von deutscher Expertise für internationale Verwaltungspartnerschaften, des 30-jährigen TAIEX-Jubiläums sowie des intensiven Erfahrungsaustausches unter den Teilnehmenden.
Den Auftakt bildete bereits am Vortag ein gezielter Workshop im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) unter der Leitung von Dr. Norbert Schultes, Leiter des Referats für Internationale Verwaltungspartnerschaften im BMWE, und dem NCP-Team. Im Fokus stand die Mobilisierung von Expertise für EU-Twinning aus den Bundesländern.
Neben einem Austausch über aktuelle Projektbeispiele der Landesbehörden wurden zentrale operative Themen wie das Besoldungs- und Dienstrecht sowie die Prozessabläufe bei Twinning-Bewerbungen und dem Projektmanagement erörtert. In Kleingruppen erarbeiteten die Teilnehmenden zudem konkrete Ansätze, mit denen die Beteiligung der Landesbehörden an EU-Twinning-Projekten künftig weiter gestärkt werden kann.
Eröffnet wurde die anschließende Jahrestagung durch Frau Dr. Nina Wunderlich, Leiterin der Unterabteilung „EU-Wirtschaftspolitik, Binnenmarkt, Bilaterale Beziehungen, EU-Twinning“ im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE), die die Teilnehmenden begrüßte und den Rahmen für die anstehenden Diskussionen setzte.
Mit ihrer Keynote „Quo Vadis Twinning & TAIEX“ (Folien zum Download) gab Lea-Marlen Sroka (DG ENEST, Europäische Kommission) einen Einblick in aktuelle Daten zu Twinning und TAIEX und die deutsche Beteiligung. Im anschließenden Gespräch mit Dr. Thomas Zielke und Dr. Norbert Schultes (beide BMWE) wurden der aktuelle Stand der Twinning-Reform thematisiert sowie das 30-jährige Jubiläum von TAIEX gewürdigt.
Ein wesentlicher Teil des Vormittags war dem praktischen Austausch in thematischen Breakout-Sessions gewidmet. In drei Arbeitsgruppen diskutierten die Teilnehmenden über kritische operative Fragen:
- Rechtliche Rahmenbedingungen: Spielräume im Dienst- und Besoldungsrecht.
- Expertise gewinnen: Strategien zur effektiven Mobilisierung von Fachleuten.
- Neue Wege: Nutzung von Expertise über klassisches Twinning hinaus.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen verlagerte sich der Fokus auf konkrete Fallbeispiele. In einer umfassenden Session wurde die Twinning-Zusammenarbeit auf dem Westbalkan am Beispiel Montenegros beleuchtet. Mit Beiträgen von Martin Dinkelborg (Abteilungsleiter Deutsche Bundesbank), Lars Molsen (Abteilungsleiter Bafin) und Christian Seiler (NCP) sowie einer Live-Zuschaltung aus dem laufenden Twinning-Projekt in Montenegro zum Thema „Regulierung von Finanzdienstleistungen“ wurde aufgezeigt, wie das Projekt zur Erreichung der Ziele im Finanzsektor beiträgt und Montenegro beim für 2028 anvisierten EU-Beitritt unterstützt.
Abgerundet wurde das Programm durch eine Präsentation von Best Practices aus dem Bereich der Justiz. Teresa Thalhammer (IRZ), Joachim Heyer (BKA) und Bernd Schumacher (NCP) gaben Einblicke in erfolgreiche Mobilisierungsstrategien für die internationale Verwaltungszusammenarbeit im Rechts- und Sicherheitssektor.
Wie bereits in den Vorjahren waren es vor allem die lebhaften Gespräche unter den Teilnehmenden, die den Netzwerkcharakter der Veranstaltung unterstrichen. Wir blicken auf einen produktiven Tag zurück, der wertvolle Impulse für die tägliche Arbeit geliefert hat, und freuen uns auf die weitere erfolgreiche Zusammenarbeit!
Weitere Tagungsimpressionen finden Sie hier: Jahrestagung 2026 – Impressionen – NCP Twinning