Deutschland und Bosnien Herzegowina unterzeichneten Ab-sichtserklärung zu einer bilateralen Verwaltungspartnerschaft im Bereich regionalwirtschaftliche Entwicklung

Ein neues Memorandum of Understanding knüpft an eine zweijährige Verwaltungspartnerschaft des Bundeswirtschaftsministeriums an und vertieft die Zusammenarbeit beider Energieagenturen bei der Energieeffizienz von Gebäuden, beim kommunalen Energiemanagement und bei der Wärmewende.

Chișinău, 24. September 2026 – Das Nationale Zentrum für Nachhaltige Energie (CNED) der Republik Moldau und die Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) haben ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet. Damit geben beide Seiten ihrer Zusammenarbeit bei Energieeffizienz und Energiewende für die kommenden fünf Jahre einen festen Rahmen.

Unterzeichnet wurde das MoU von CNED-Direktor Ion Muntean und KEA-BW-Geschäftsführerin Prof. Dr.-Ing. Martina Hofmann bei der Abschlussveranstaltung einer 2024 begonnenen Verwaltungspartnerschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE). Vorgesehen sind gemeinsame Informationskampagnen, Workshops und Schulungen, der Austausch von Fachleuten, Studienreisen sowie gemeinsame Förderanträge an europäische und internationale Programme. Inhaltlich stehen die Energieeffizienz von Gebäuden, das kommunale Energiemanagement, die kommunale Wärmeplanung und die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung im Mittelpunkt.

„Die Erfahrungen Baden-Württembergs in der kommunalen Energieplanung, im Energiemanagement der Kommunen und bei der Dekarbonisierung der Wärmeversorgung sind für die Republik Moldau besonders wertvoll“, sagte Ion Muntean. „Die Zusammenarbeit mit der KEA-BW hilft uns, diese bewährten Ansätze in unsere eigene Arbeit zu übernehmen und die Kommunen bei der Energiewende besser zu begleiten.“

Für die KEA-BW beruht die Partnerschaft auf gegenseitigem Lernen.

„Über den wertvollen fachlichen Austausch hinaus konnten wir erleben, wie eine vergleichbare Einrichtung unter anderen Rahmenbedingungen arbeitet“, sagte Prof. Dr.-Ing. Martina Hofmann. „Dabei haben wir bei unseren Partnern in der Republik Moldau auch Ansätze entdeckt, von denen unsere eigene Arbeit profitiert.“

Dem MoU vorausgegangen ist eine Reihe gemeinsamer Aktivitäten seit der Gemeinsamen Absichtserklärung vom Oktober 2024: die Teilnahme einer moldauischen Delegation am Wärmegipfel in Stuttgart, Arbeitssitzungen von Fachleuten beider Seiten im März 2025 in Chișinău, zwei Webinare zum Energieliefer- und Energiespar-Contracting – beim Contracting übernimmt ein Dienstleister die Wärmelieferung oder die Energieeinsparung in einem Gebäude auf eigene Rechnung – im September und November 2025 sowie eine Studienreise nach Stuttgart und Karlsruhe im Oktober 2025. Auf dem Programm der Studienreise standen Besichtigungen vor Ort und ein Austausch über bürgernahe Beratungsangebote wie das Energieberatungszentrum und das Sanierungsmobil.

Aus Sicht des BMWE stärkt die neue Vereinbarung ein bewährtes Modell: institutionelle Partnerschaften zwischen öffentlichen Einrichtungen, die politische Ziele mit der praktischen Umsetzung verbinden. Indem sie Ministerien und Energieagenturen beider Länder zusammengeführt hat, hat die Kooperation den Wissenstransfer gefördert, die Übertragung von Vorlagen und Instrumenten – etwa von Vertragsmustern für das Contracting – ermöglicht und das CNED beim Aufbau eigener organisatorischer Strukturen unterstützt.

Dr. Nina Wunderlich, Unterabteilungsleiterin für EU-Wirtschaftspolitik, Binnenmarkt, Bilaterale Beziehungen und EU-Twinning im BMWE, war bei der Unterzeichnung in Chișinău zugegen. Sie dankte allen beteiligten Institutionen für die Zusammenarbeit und beglückwünschte die beiden Energieagenturen zu ihrer Kooperation.

Was ändert sich mit dem MoU?

Die Partner haben sich vorgenommen,

  • Qualifizierungsangebote für die staatliche und die kommunale Verwaltung gemeinsam durchzuführen;
  • Daten, Informationen und technisches Fachwissen zu Energieeffizienz und erneuerbaren Energien auszutauschen;
  • gemeinsame Projektanträge vorzubereiten und Studien sowie Fachmaterialien zu verbreiten; und
  • ihre Teilnahme an Fachveranstaltungen, Konferenzen und Messen abzustimmen.

Das MoU läuft über fünf Jahre. Die Kooperationsfelder können im gegenseitigen Einvernehmen erweitert werden.

Hintergrund: Das CNED ist eine öffentliche Einrichtung mit dem Auftrag, Maßnahmen in seinen Zuständigkeitsbereichen zu koordinieren und zu organisieren. Dazu gehört, Finanzmittel für Projekte und Programme einzuwerben und zu verwalten, die zu den nationalen Klimazielen und zur Energiesicherheit beitragen. Die KEA-BW ist die Landesenergieagentur Baden-Württembergs. Finanziert wurde die Partnerschaft vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE). Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg hat sich an der Umsetzung mit Beratungseinsätzen beteiligt. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung beteiligte sich ebenfalls mit einem Finanzierungsbeitrag.

Ähnliche Beiträge

Ich bin Verwaltungsangestellte/r oder Beamtin/Beamter und möchte regelmäßig Informationen zu aktuellen Twinning-Projekten erhalten.